Bonuslevel: Peking

Unser Urlaubsziel war es ja mit der Transsib von Moskau nach Wladiwostok zu fahren. Das haben wir auch gemacht, aber wie passt da denn jetzt Peking dazu? Es gibt zwar auch Transsib-Züge nach Peking, aber dafür fehlte uns die Zeit. Doch dann haben wir ein sehr günstiges Flugangebot gefunden. Von Wladiwostok nach Deutschland muss man eh irgendwo umsteigen, warum also nicht Peking und warum dann nicht dort auch noch kurz aussteigen?

Zur wenig angenehmen Abflugzeit 00:30 ging es also mit Aurora Airlines von Wladiwostok nach Peking, wo es bei Ankunft erst 00:45 war und ziemlich warm. China bietet für Transitreisende die Möglichkeit bis 144 Stunden im Land zu bleiben. So stellten wir uns an den Antragsschalter, erklärten unseren Plan und erhielten einen kleinen Aufkleber in unsere Pässe. Dann noch kurz zum Abgleichen der biometrischen Daten zur Passkontrolle und wir waren drinne. Ganz einfach. Für mich war China immer Mega weit weg und jetzt stellte ich fest, das man da einfach hinfliegen kann.

Wir hatten für die Nacht ein Hotel am Flughafen gebucht, welches auch ein Shuttle haben sollte. Auf dem angegebenen Parkplatz gab es aber kein passendes Fahrzeug und so entschieden wir uns für ein Taxi und wurden prompt über den Tisch gezogen. Der Typ der auf uns wie ein Taxi-Dispatcher wirkte und uns über eine Website ein Taxi buchte, ging dann mit uns zu seinem Privatfahrzeug. Da wir schon gezahlt hatten, stiegen wir ein und nach etwas herum irren kamen wir nach circa 10 Minuten am Hotel an. Für den kurzen Trip hatten wir umgerechnet 30€ gezahlt…. naja Lehrgeld morgens um 2:30.

Das Hotel war sehr ordentlich und wir schliefen ein paar Stunden bevor wir uns mit einem regionaltypischen Frühstück (Nudeln, Reis, Süßkartoffeln, Gemüse, gedämpfte Teigtaschen) für den Tag und ließen uns mit dem, irgendwie doch existierenden, Shuttle zum Flughafen, gaben unser Gepäck ab und dann ging es mit dem Flughafenexpress und der U-Bahn in die Stadt.

Das übliche U-Bahn Foto

Ziel war der Platz des Himmlischen Friedens und die verbotene Stadt. Um auf den Platz zu kommen musste man durch eine Ausweis und Sicherheitskontrolle, für die Verbotene Stadt dann durch eine zweite.

Platz des himmlischen Friedens

Die verbotene Stadt ist ein riesiger und sehr beeindruckender Palastkomplex und wir ließen uns einfach vom Strom der Besucher treiben. Max und Jan waren übrigens ein beliebtes Fotomotiv auf Grund ihrer blonden Haare.

Stichwort Verboten: In China ist viel verboten. Allerorten sieht man Verbotsschilder. Eine sehr große Zahl an Kameras und Polizisten passen auf, dass alle sich an die Ver- und Gebote halten.

Nördlich der Verbotenen Stadt gab es noch einen weiteren Park mit einem Tempel auf einem Berg mit guter Aussicht über das Zentrum Pekings. Der Eintritt kostete nur 2 Yuan, also 26ct.

Es war mittlerweile Nachmittag und wir hatten ein Problem: Wir waren nahezu pleite. Torsten hatte zwar 700 Yuan in Bar, aber für Taxi, Frühstück und Metrotickets sind wir die schnell los geworden. In China kann man zwar überall digital bezahlen, allerdings nicht mit Kreditkarte sondern über QR-Code und Alipay. Wir machten uns also auf die Suche nach einem Geldautomaten, aber auch das gestaltete sich schwierig, denn es gibt zwar welche, aber die nehmen nur UnionPay-Karten und keine Visa-Karten. So wanderten wir also durch Peking auf der Suche nach einem VISA-Automaten. In einer U-Bahn-Station fanden wir dann einen, der gut wirkte, allerdings war dieser hinter der Bezahlschranke der Metro. Wir „wetteten“ also unseres fast letztes Bargeld auf eine Bahnsteigkarte. Als der Geldautomat ratterte und Geldscheine ausspuckte war ich sehr erleichtert.

Straßenszene ohne Geldautomat

Nach diesem Stress suchten wir uns erstmal ein Lokal um einmal richtig chinesisch zu Essen. Wir fanden ein Lokal mit einer bebilderten und sogar halbwegs auf Englisch übersetzen Speisekarten. Die Portionen waren riesig, super lecker und ordentlich gewürzt.

Nach einem Stop in einem Supermarkt, wo konstant von allen Seiten zu Marktschreiern umfunktionierte Megafone irgendetwas anpriesen, spazierten wir durch einen weiteren Park zur nächsten Metrostation und von dort zum Flughafen.

Wir checkten ein, gingen durch allerlei Kontrollen und stiegen kurz vor Mitternacht in unser Flugzeug nach Istanbul und dann weiter nach Hause.

Für mich war Peking ein total lohnenderer Zwischenstopp. Ein Tag ist in Peking nichts, aber einfach mal in dieses Land und in diese Stadt reingeschuppert zu haben, war eine gute Ergänzung zur eh schon krassen Transsibtour.

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