Als wir am Dienstag unsere Sachen aus dem Hostel holten, um dann zum Kasaner Bahnhof in Moskau zu fahren, dachte ich mir so, dass man ruhig noch einige weitere Tage in der russischen Hauptstadt verbringen kann. In dieser 12-Mio-Einwohner-Stadt gibt es so viel zu sehen und Abenteuer zu erleben, warum also sollten wir schon wieder los fahren?
Doch das eigentliche Abenteuer lag noch vor uns: 9500 km Bahnfahren.
So ging es also los übernacht nach Kasan. In die Hauptstadt der tartasischen Volksgruppe, wo 2018 die deutsche Männer-Fußballnationalmannschaft aus der FIFA WM ausgeschieden ist.
Doch Kasan hat viel mehr zu bieten als ein neues Fußballstadion. Da die Tataren mehrheitlich muslimischen Glaubens sind, steht neben den „obligatorischen“ orthodoxen Kirchen hier die zweitgrößte Moschee des europäischen Kontinents.

Unser Tag begann damit, dass uns der Nachtzug wach rüttelte. Während wir am Abend noch gemächlich in den Schlaf geschuggelt wurden, hatte sich die Gleislage über Nacht so verschlechtert, das ich mir wünschte, es gäbe einen Gurt im Schlafwagenbett. Nur Achterbahn fahren ist rasanter. Vielleicht. Oder so.
Kasan begrüßte uns mit bestem Wetter und einem grandiosen Blick auf die Wolga, als wir kurz vor 8 Uhr über die Brücke in Kasan einrollten. Wir verabschiedeten uns vom Schlafwagenpersonal und stolperten in das dem Bahnhof gegenüber liegende Hostel.

Von unserem Zimmer haben wir einen direkten Blick auf das Gleisfeld und die Straßenbahnwendeschleife. Ein Traum für Verkehrsingenieure. Nachdem wir unsere Reiserucksäcke im Hostel abgelegt hatten, zogen wir los auf unsere Safari durch die Kasaner Innenstadt. Da das Frühstück im Schlafwagen etwas spärlich ausfiel, suchten wir ein Kaffeehaus für ein zweites Frühstück auf. Die Stadt füllte sich mehr und mehr mit Menschen und auch Zebras waren dabei.

Gesättigt zogen wir weiter und nutzten einen Kirchturm als Aussichtsplattform über die Stadt.

In der Touristinformation wurde uns außerdem empfohlen, das Puppentheater und den Kasaner Kreml und noch vieles andere zu besichtigen, also zogen wir los.

Das Puppentheater hätte so auch im Disneyland stehen können. Sehr knuffig. Auf der Wiese vor dem Theater fand das diesjährige Blumenfestival statt, eine Mini-Gartenaustellung. Als wir auf dem Weg zur obligatorischen Metro-Fahrt waren, entdeckten wir drei alte Straßenbahnen und kletterten drauf rum. Jan bediente stolz das Fahrstufen-Schaltwerk.

Die Metrostationen sind auch in Kasan sehr schön, können aber mit jenen aus Moskau nicht mithalten.

An der Endhaltestelle angekommen (es gibt nur eine Linie), guckten wir raus, wie wohl denn die Umgebung aussieht. Ziemlich blockig.

Dann ging es direkt zum Kreml.

Nach einem kleinen Mittagssnack besichtigten wir die orthodoxe Kirche und die Moschee. Zwischendurch gingen wir zum Aussichtspunkt und guckten auf die Kasaner Neustadt.

Sowohl die orthodoxe Kirche als auch die Moschee waren reich verziert und sehr sehenswert. Ein paar Eindrücke…


Voller Eindrücke ging es zurück zum Hostel, denn wir wollten nach dem Abendessen noch den Sonnenuntergang an der Wolga sehen. Unser Weg an den Strand führte uns über das Gleisfeld des Bahnhofs.


Jetzt ist aber erstmal Schluss für heute. Gute Nacht und bis morgen!
/mf

Max, wo bleibt dein bartfreies Bild? Wir warten!
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Ihr „zieht“ ja ganz schön viel herum … hier ein paar Tipps aus dem deutschen Synonymwörterbuch, damit das alles nicht so nach Aufsatz Klasse 5 b klingt: hinausgehen, betreten, besuchen, sich trollen, umherziehen, tingeln, herumkommen, fahren, einen Trip machen..
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