Nachdem wir gestern nach der frühen Ankunft schon sehr ausgiebig die Sehenswürdigkeiten Kasans erkundet haben, waren wir heute Langschläfer und frühstückten gegen 10 Uhr. Im Hostel sollten wir bis 12 Uhr ausgecheckt haben, doch wir durften dankenswerterweise unsere großen Rucksäcke noch bei der Rezeption parken, sodass wir uns mit leichtem Gepäck auf unsere zweite Runde durch Kasan machen konnten.
Wir wollten heute mal mit der Straßenbahn fahren und wählten die Linie, die uns zum zweiten Bahnhof in Kasan brachte, der einfach „Kasan-2“ heißt. In der Straßenbahn hatten wir als Schaffnerin eine freundliche, ältere Dame, die uns geduldig die Fahrscheine verkaufte, uns fragte, ob wir tatarisch sprächen und uns die richtige Station zum Ausstieg zeigte.

Hier gibt es in jedem Bus oder Straßenbahn neben der*die Fahrer*in noch eine*n Schaffner*in, die die Fahrkarten verkauft. Das ist ziemlich entspannt für uns, denn so kann man sich entspannt setzen und bekommt das Ticket direkt an dem Platz geliefert.
Der Zustand der Straßenbahngleise war ziemlich miserabel, wie das folgende Bild zeigt. Es holpert und poltert und die Weichen werden ganz regulär über den Stromabnehmer geschaltet. Also mit gesenktem Stromabnehmer unter dem Schalter durchfahren schaltet die Weiche nicht. Ist der Stromabnehmer gehoben, verbindet er den Schalter mit der Fahrleitung und die Weiche bekommt Strom zum Umschalten. Hier geht ein besonderer Gruß raus an Theresa und Oli: So sehen die Schienen unseren Rädern aus. Aber keine Panik, die Eisenbahnschienen sind deutlich besser in Schuss.

Vom Bahnhof Kasan-2 ging es dann mit der Metro weiter ans Nordufer der Kasanka. In der Metro fielen uns wieder die mehrsprachigen Schilder auf: Kasan ist offiziell zweisprachig Russisch und Tatarisch, oft kommt auch noch Englisch.

Am Kasanka-Ufer befindet sich, neben modernen Apartmenthäusern und einem neugestalteten Park auch das „Kasaner Zentrum der Familie“, welches uns an einen Druidenkessel erinnerte. Wir wissen nicht, was innen ist, aber es ist ein beliebter Ort zum Heiraten. Vom Dach aus hatten wir einen guten Blick auf die Kasaner Innenstadt mit ihrem Kreml.


Anschließend probierten wie ein anderes Verkehrsmittel aus und erkundeten die Kasanka mittels Tretboot. Um vernünftig voran zu kommen, musste Torsten sich als Gallionsfigur betätigen. Nur so war das Gleichgewicht des kleinen Tretbootes hergestellt, damit das Schaufelrad das Wasser erreichte. Nach einer kleinen Runde erreichten wir wieder das Ufer, trocken und wohlbehalten. Vorher war aber erstmal Selfie-Time!

Wir spazierten an der „Promenade“ weiter und nach einem leckeren, aber verspäteten Mittagessen (15:30 Uhr) zogen wir weiter zum Strand. Torsten und Jan trauten sich sogar richtig ins Wasser und schwommen eine Runde. Julius und Max kühlten nur ihre Beine im trüben Wasser der Kasanka. Wir genossen die Zeit und den Ausblick auf die Kasaner Altstadt.
Da die Abfahrtszeit unseres Zuges in greifbare Nähe rückte und wir noch einkaufen und unsere Rucksäcke aus dem Hostel holen mussten, klopften wir uns den Sand von den Füßen und schlenderten zur nächsten Bushaltestelle. Auch hier kauften wir wieder bei der Schaffnerin nach dem Einstieg die Tickets. Julius und Torsten bekamen sogar ein Ticket. Bei Jan und Max verlangte die Schaffnerin einen geringeren Preis, dafür gab es aber auch keine Quittung… komisch… da wirtschaftet wohl jemand in ihre eigene Tasche… ;D
Angekommen am Theater in der Altstadt stiegen wir wieder aus und liefen zu Fuß weiter Richtung Hostel. Am Horizont war im Gegenlicht die Moschee zu sehen.

Im Supermarkt trafen wir eine andere Gruppe von jungen Leuten aus Deutschland, die heute Abend mit dem Nachtzug fahren wollten. Am Bahnsteig von Kasan sahen wir sie nicht mehr, vielleicht morgen wieder in Jekaterinbutg. Die drei wollen auch auf der Transsib reisen, aber nicht nach Wladiwostock, sondern über die Transmongolische Eisenbahn nach Peking.
Das Nachtzugabteil ist heute deutlich rustikaler als vorgestern, aber vorgestern war es auch ein Premium-Zug. Diesmal atmet alles den authentischen Charme der 80er.
Mittlerweile ist es wieder morgen, wir sitzen am Fenster, bestaunen die Landschaft, zählen die Birken und schreiben am Blog. Torsten und Jan wachen langsam auf und in einer guten Stunde erreichen wir Jekaterinburg. Es wird also höchste Zeit für ein gutes Frühstück!
Bis später 🙂
/mf&ju
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