Pazifik gesucht und gefunden

Nach 2,5 Tagen Im Zug kamen wir früh um 07:02 in Wladiwostok an. Wir waren schon etwas wehmütig unseren Zug zu verlassen, immerhin bedeutete es, dass diese spannende Zugreise und diese Art des Zugfahrens vorbei waren.

Etwas übermüdet brachten wir erst unsere Sachen ins Hostel und suchten uns dann ein Café zum Frühstücken. Das Café war hip und lecker, aber wieder war alles Geschirr aus Plastik… Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Stadt zu erkunden. Mit ihren rechtwinkligen Straßen, den Steigungen und dem Touch von autogerechter Stadt, erinnerte uns Wladiwostok eher an unsere Vorstellung von Amerika als von Russland. So weit im Osten, dass es schon wieder westlich war.

Mit der Standseilbahn fuhren wir auf einen der Berge und genossen den Blick auf die Stadt und die neue Brücke über das „Goldene Horn“. Man merkte die Nähe des Meeres besonders am grauen Wetter. Aus Neugierde fuhren wir zur einzigen Straßenbahnlinie der Stadt in einen Vorort. Hier sah es schon mehr nach Russland aus. Die Liebhaber des schienengebundenen Nahverkehrs erfreute besonders der Fahrzeugpark mit KTM-5, KTM-8 und dem RVR PCC Nachbau.

Am Nachmittag wollten wir dann endlich mal im Pazifk schwimmen. Wir holten unsere Badesachen aus dem Hostel, gingen zur Strandpromenade und waren etwas enttäuscht. Die Promenade war voller Fressbuden und es gab nur einen kleinen Sandabschnitt mit mäßig einladendem Wasser. Als mögliche Alternative hatten wir einen Strand auf der anderen Seite der Stadt ausgemacht. Wir stiegen als in einen Bus, standen lange im Stau, kamen in einem Plattenbaugebiet an und waren wieder enttäuscht: Obwohl das Wohngebiet direkt am Meer lag, gab es nichts zum Baden. Wir fanden stattdessen eine Schnellstraße, einen Schrottplatz, einen gut bewachten Yachthafen, ein Schiffswrack und wieder viel Plastikmüll.

Enttäuscht vom Pazifik fuhren wir wieder ins Zentrum und kehrten an unserem letzen Abend in Russland nochmal in ein gutes, traditionell russisches Lokal ein. Nach dem wirklich super leckeren Essen stießen wir mit Wodka drauf an, einmal mit dem Zug Russland durchquert zu haben.

Am zweiten Tag in Wladiwostok wollten wir dem Pazifik noch eine Chance geben und fuhren mit dem Bus auf die Russkij Insel. Diese war bis vor einigen Jahren ein Militärstützpunkt und versprach daher unberührtere Natur. Und Tatsache: Wir würden fündig. Ein Strand an dem man Baden könnte. Mit den Klippen und dem Nebel könnte es zwar auch England sein, aber es ist der Pazifik. Das Wasser war angenehm warm und sehr salzig. Wir sahen zwar allerlei Seesterne und Seeigel am Strand, aber man konnte wirklich gut baden.

Nach einem Mittagsimbis im Strandlokal war es langsam Zeit für den Weg zum Flughafen. Eigentlich wollten wir den letzten Expresszug zum Flughafen nehmen (der schon 18 Uhr fährt), aber das gerade auch auf der Insel und in der Stadt stattfindende Eastern Economic Forum machte uns einen Strich durch die Rechnung. Auf der Schnellstraße zurück in die Stadt wurde der Verkehr immer wieder gestoppt, vermutlich um die Fahrt für wichtige Delegationen frei zu machen. Dazu dann wieder die extreme Spitzenstunde im Stadtvekehr. Wir verpassten auf jeden Fall den letzen Zug und mussten leider feststellen, dass auch keine Busse mehr direkt zum Flughafen fuhren. Unser Plan war dann, mit einem Bus bis zum Ort Artjom, nicht weit vom Flughafen zu fahren und dort mit einer örtlichen Buslinie oder sonstwie zum Flughafen zu kommen. Als wir das dem Busfahrer erzählten, schien der nicht sonderlich überzeugt und begann mit dem Kollegen aus dem Minibus hinter ihm zu reden. Dieser bot uns dann an uns fürs einen kleinen Preis von der Endstation seiner Linie zum Flughafen zu fahren. Klang außergewöhnlich aber gut und so willigten wir ein. Nach einer einstündigen Fahrt übers Land, erreichten wir eine Kleinstadt, wo die Linie endete und von da ging es dann noch 15 Minuten über die Autobahn zum Flughafen. Natürlich gab es für diese Fahrt keine Tickets.

Jetzt sitzen wir im Flugzeug nach Peking. Der Mainquest ist geschafft, jetzt kommt das Bonuslevel!

/ju

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