Wäschewaschen in Krasnojarsk

Nach anderthalb Tagen im Schlafwagenabteil sind wir heute morgen in Krasnojarsk vom Zug ausgespuckt worden. Die Nacht war für uns alle nicht so doll und so schleppten wir unsere sieben Sachen durch den Bahnhof auf der Suche nach einer Möglichkeit auf ein gutes Frühstück. Leider überzeugte uns das Angebot nicht und daher beschlossen wir, in die Innenstadt zu fahren und dort etwas zu finden.

Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen und so standen wir Unterschlupf suchend im Haltestellenhäuschen und guckten bei Yandex (Russ. Google-Äquivalent), welche Buslinie für uns die richtige sei. Diesmal wollte die Bus-Schaffnerin den doppelten Preis von uns, weil wir mit unserem Gepäck unterwegs waren.

Angekommen im Kaffee-Haus trafen wir wieder auf die drei Reisenden aus der Schweiz, die auch schon im Nachtzug zwei Abteile neben uns waren. Das Kaffee-Haus hätte genau so auch in Berlin-Friedrichshain stehen können. Samt Rucksacktouristen. Hipster gibts halt überall. Deutsche Touristen auch.

Nach dem Frühstück ging es über den Jenissei zu unserer Unterkunft. Hier haben wir erstmal das Gepäck abgelegt und dann geduscht. Das letzte Mal hatten wir dazu in Kasan die Chance. Zwischendurch gabs im Zug nur die Katzenwäsche.

Ab hier gibt es zwei Versionen des weiteren Tages. Jan, Julius und Torsten zogen los, die Stadt zu erkunden. Max blieb im Hotel, um sich auszuruhen und die Wäsche zu waschen. Max funktionierte die Badewanne zum Wäschezuber um und spannte Julius‘ Wäscheleine auf dem Balkon. Jetzt trocknet alles langsam vor sich hin.

Improvisiertes Ensemble. T-Shirts hängen auf Kleiderbügeln an der Klimaanlage und auf einer selbst gespannten Wäscheleine. Im Hintergrund sind die Berge des Stolby-Nationalparks .

Am Abend trafen sich wieder alle im Hotel zu einem improvisierten Abendbrot. Anschließend planten wir noch die Wanderroute für morgen. Dann geht es in den angrenzenden Stolby-Nationalpark. Jetzt holen wir aber erstmal unser Schlafdefizit auf.

Torsten meint gerade, dass draußen die Straße gewässert wird… Sonntagabend? Komisches Land…

/mf

Während Max dankenswerter Weise sich um unsere Wäsche kümmerte, machten wir uns auf Krasnojarsk anzuschauen. Laut dem Reiseführer ist Krasnojarsk eine der schönsten Städte Sibiriens, ich frage mich nach diesem Tag etwas wie die Stadt zu diesem Ruf kommt, ich fand es nämlich nicht so. Die Lage zwischen den Bergen mit dem gewaltigen Jenessei ist zwar beeindruckend, aber die Stadt besteht zu größtem Teil aus Plattenbauten und ansonsten ein paar Gebäuden, die in jeder Stadt der ehemaligen Sowjetunion stehen könnten. Allerdings gibt es hier und da ein paar moderne und hippe Cafés.

Revolutionsplatz mit Leninstatue
Stadtzentrum von Krasnojarsk

Nach einem Mittag in einer Bäckerei und einem kleinen Stadtbummel, statteten wir der Parkeisenbahn einen Besuch ab. Wie auch der „große“ Eisenbahnbetrieb, ist die Parkeisenbahn sehr personalintensive mit einem Schaffner pro Wagon, aber die Uniformen sitzen.

Danach machten wir uns mit einem Kleinbus auf einen Berg nördlich der Innenstadt um dort die Kapelle zu besuchen und den Blick zu genießen.

Wo man hinschaut – Plattenbauten
Kapelle auf dem Berg
Häuser auf dem Weg zur Aussicht

Dann ging es, auch etwas in Ermangelung weiterer Ideen für spannende Orte, wieder zurück ins Hotel zu Max, immerhin steckten uns ja auch drei Tage Zug in den Knochen.

/ju

2 Antworten auf „Wäschewaschen in Krasnojarsk

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