Von Irkutsk nach Burjatien

Nach einem weiteren leckeren Frühstück bei Olga machten wir uns auf unseren weiteren Reiseweg. Wir nutzen die Gelegenheit für ein letztes Bad im See. Der Strandabschnitt, den wir dafür gewählt hatten, war allerdings leider etwas schmal und nach dem ein größeres Boot vorbei kam, wurden wir von der resultierenden Welle etwas überschwemmt. 😄

Noch etwas nass stiegen wir in ein Marschruktka nach Irkutsk und fuhren zu unserem Hostel in der Nähe des Bahnhofs.

Wir hatten in der Straßenbahn als Schaffnerin wieder eine wunderliche Persönlichkeit. Als sie uns fragte, woher wir seien war sie überaus erfreut darüber, dass wir aus Deutschland kamen und fing sofort an, die einzigen beiden Sätze, die sie auf deutsch kann, zu wiederholen: „Alle Kinder gehen in die Schule.“ und „Angela Merkel ist gut.“ Dann spielte sie uns noch ihre russischen Lieblingslieder auf ihrem Handy vor. Wir amüsierten uns mit ihr und fanden es doch gleichzeitig sehr merkwürdig…

Im Hostel angekommen konnten wir nach einer kurzen Wartezeit unser Zimmer in Beschlag nehmen. Wir legten das unnötige ab und schnappten unsere Rucksäcke, da wir noch zur Parkeisenbahn wollten, die auf einer Angara-Insel (Fluss durch Irkutsk) fährt. Julius machte lieber eine kleine Pause und so zogen Jan, Torsten und Max auf eigene Faust los. In der Rush-Hour steckte dann allerdings auch unser Bus im Stau und so mussten wir uns ganz schön sputen, um den vorletzten Zug der Parkeisenbahn zu erreichen. Kaum angekommen, kauften wir die Biljetti, hechteten in den Wagen und die Lok pfiff zur Abfahrt. Während das Bahnhofsgebäude und das Wagenmaterial sehr beeindruckend war, enttäuschte die Strecke, die durch verwuchertes Niemandsland führte. Die Signale der zwei (mittlerweile verwaisten) Zwischenbahnhöfe waren auf die nötigsten Fahrstraßen zurückgebaut und unfreiwillig breitete sich Rasengleis aus. Aber es gibt auch schöne Ecken. Für den Fotostandort suchten wir die idyllische Brücke aus und am Bahnhofsvorplatz standen als Anschauungsobjekte ausgemusterte, aber gut gepflegte Fahrzeuge, wie eine Dampflok, ein Schienenkleinwagen und weitere Waggons. Betrieben wird die Parkeisenbahn übrigens von der russischen Staatsbahn, daher laufen alle Parkeisenbahner in RŽD-Uniformen herum.

Nach dem Besuch bei der Parkeisenbahn schlenderten wir noch ein wenig durch den Vergnügungspark und wunderten und, warum die Parkeisenbahn nicht durch diesen schönen und vor allem belebteren Teil der Angara-Insel fährt.

Am Abend trafen wir uns mit Alexey, einem Kollegen von Julius, im hippen 130sten Stadtteil. Zu erst waren wir in einem auf Sowjetrussland der 60er und 70er Jahre Restaurant und labten uns an Limonade aus dem Siphon und Borschtsch. Danach ging es noch in einen Pub. Für uns war das eine gute Möglichkeit unsere Fragen zu Russland loszuwerden und Geschichten aus dem richtigen Russland zu hören.

Die Nacht war kurz, denn heute früh um 8:03 fuhr schon unser Zug. In einem sehr guten Kupe-Abteil fuhren wir über die bisher schönste Strecke. Erst ging es durch die Berge durch enge Kurven und vorbei an tollen Ausichten nach Sljudjanka. Danach folgte die Strecke für zwei Stunden dem Seeufer bevor sie eine Kurve nach Süden machte und wir durch die Hügel und Steppen nach Ulan-Ude. Es hatte sich definitiv gelohnt, diese Strecke tagsüber zu fahren.

Mittag im Zug

In Ulan-Ude checkten wir ins das bisher ordentlichste Hotel der Reise ein und begaben uns danach auf einen Spaziergang durch die Stadt. Ulan-Ude ist die Hauptstadt der Republik Burjatien. Die Burjaten sind ein mongolisches Volk und in der Stadt hat man von der Architektur und den Menschen schon sehr das Gefühl in Asien zu sein. Abgesehen von den obligatorischen orthodoxen Kirchen.

Zum Abendessen gab es Buusi, traditionelle Teigtaschen mit Fleischfüllung und Brühe, mit der man sich gut einsauen kann. Aber Alexey hatte uns schon vorgewarnt.

/Ju+mf

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