Buddhismus und Burjatien

Heute haben wir festgestellt, dass keine Birken um uns herum standen, sondern Kiefern. Neben der Religion ist auch die Vegetation in Burjatien anders als im Rest von Russland, aber der Reihe nach…

Kiefern statt Birken

Julius hatte von einem interessanten Buddhismus-Tempel in der Nähe von Ulan-Ude gehört und so machten wir uns nach einem späten Frühstück auf, um mit den Marschrutkas dort hin zu fahren. Ganz genau wussten wir zwar nicht, wo wir aussteigen müssten, doch mit Jans GPS konnten wir uns orten und sahen das Kloster. Auf der Karte immer näher rücken. Für deutsche Verhältnisse ist die Mitfahrt in einer Marschrutka relativ chaotisch, ist aber eigentlich gut handhabbar, wenn man einmal das System verstanden hat. Gezahlt wir immer beim Fahrer in bar. Straßenbahnen und größere Busse haben hingegen einen zusätzlichen Schaffner, bei dem man meist auch bargeldlos bezahlen kann. Der Preis für die Mitfahrt steht für alle gut sichtbar an den Wänden innen im Gefährt. Unsere Marschrutka zum Kloster hatte eher die Eigenschaften eines Anruf-Linientaxis. Man musste Bescheid geben, wenn man aussteigen wollte (Astanowka, bascholsta!), könnte unterwegs den Daumen raus haltend zusteigen und zahlte erst beim Ausstieg den Pauschalpreis, egal wie weit man fuhr.

Bei unserer Fahrt zu der Tempelanlage mussten wir noch einmal umsteigen, daher hielten wir uns an zwei Jugendliche, die augenscheinlich auch das Kloster besuchen wollten.

Kaum hatten wir Ulan-Ude verlassen, fiel uns auf, dass wir in einer anderen Vegetationszone unterwegs waren: Um uns herum begann die mongolische Steppe. Wir fuhren durch eine weite Ebene, die von hohen Bergen begrenzt wurde. Statt Wälder umgaben uns Buschland und Wiesen, auf denen Kuhherden frei umher liefen.

Burjaten sind hauptsächlich Buddhisten, doch wurde diese Religion durch die Sowjetzeit stark unterdrückt. Übrig blieben wenige Stätten, an denen die buddhistischen Burjaten ihre Religion ausüben können. Zwei davon wollten wir heute besuchen und eine davon ist die folgende Tempelanlage.

Hinter einem großen roten Holztor begann für uns eine spannende Welt aus Tempeln und Gebetsmühlen. Wie ein kleiner Pilgerpfad führte ein Rundweg über die Anlage. An den Gebetsmühlen lagen Süßigkeiten und kleinere Geldbeträge als Opfergaben und in den Tempeln waren große Schreine mit Abbildungen oder großen Figuren von Buddha zu sehen. Innerhalb der Tempel war das Fotografieren und Filmen untersagt, sodass wir euch nur Bilder der Tempel von außen zeigen können. Man könnte aber in jeden Tempel hinein gehen und ausgiebig bestaunen. In einem Tempel lief sogar eine Andacht, der wir ein wenig zugehört haben. Drei Mönche lasen dabei Verse im Takt vor. Einer bediente Trommel und Tröte, einer hatte eine Klapper und einer zwei Schellen.

Willst du mit mir Ball spielen?

Aus einem anderen Tempel schallte ein monotoner Singsang, der ein wenig an Taizé erinnerte. In den meisten Tempeln gab es auch die Möglichkeit, kleine Souvenire zu kaufen. Außerdem lud eine kleine Küche zum Mittagessen. Dort trafen wir auf einen deutschen Touristen, der mit seinem zum Wohnmobil umgebauten LKW durch Russland tourte. Nach unserem ausgiebigen Rundgang suchten wir uns die nächste Marschrutka und fuhren zurück nach Ulan-Ude, um dort ein zweites Buddhismus-Zentrum am Rande der Stadt zu besuchen.

Dort gab es einen wahrlich grandiosen Blick über Ulan-Ude.

Und einen sehr großen Buddha.

Abschließend drehten wir noch eine Runde um den Tempel auf einem Weg, der uns an kleinen Häuschen vorbei führte, die von Tier-Mensch-Fabelwesen bewacht wurden. Echsenmenschen waren auch dabei…

Echsenmenschen?

Mittlerweile war es 18 Uhr vorbei und wir wollten den Zeitraum bis 20 Uhr unterschiedlich verbringen. Julius schrieb Postkarten, Max ging mit der Kamera spazieren und Torsten und Jan wollten noch ein wenig Straßenbahn fahren.

Abseits der großen Straßen in Ulan-Ude
Auto-Friedhof neben einem Freizeitpark
Eisenbahner-Schule in Ulan-Ude

Nach dem Abendbrot warteten wir gespannt auf Mitternacht, da dann nach deutscher Zeit die Wahllokale in Sachsen und Brandenburg schließen sollten und die Prognose der Landtagswahl veröffentlicht wurde. Wir wetteten auf das Ergebnis und verglichen es dann noch mit der ersten Hochrechnung. Naja… Hoffen wir, dass Sachsen in der kommenden Legislaturperiode nicht zum Land der untergehenden Sonne wird.

Gute Nacht!

/mf

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